Aufklärung Koronargefäßintervention

1. Einleitung / Hintergrund

  • Bei Ihnen wurde eine Einengung (Stenose) der Herzkranzgefäße (Koronararterien) festgestellt – meist verursacht durch Ablagerungen (Plaques) im Rahmen einer koronaren Herzkrankheit (KHK).
  • Diese kann zu Brustschmerzen, Atemnot, Belastungsbeschwerden oder sogar einem Herzinfarkt führen.
  • Ziel der Behandlung ist es, die Durchblutung des Herzens durch eine Intervention mit Ballon und Stent zu verbessern.

2. Behandlungsziel

  • Erweiterung der verengten Gefäßstelle mittels Ballon (PTCA).
  • Einbringen eines Stents (Gefäßstütze) zur Offenhaltung des Gefäßes.
  • Verbesserung der Durchblutung, Besserung der Symptome und Senkung des Infarktrisikos.

3. Ablauf des Eingriffs

  • Der Eingriff erfolgt im Herzkatheterlabor.
  • Zugang über Leistenarterie oder Handgelenksarterie (A. femoralis oder A. radialis).
  • Vorschieben eines dünnen Katheters bis in die Herzkranzgefäße.
  • Darstellung der Gefäße mittels Kontrastmittel (Koronarangiographie).
  • Erweiterung der Engstelle mit einem Ballonkatheter.
  • Implantation eines Stents (medikamentenbeschichtet – „DES“ – oder unbeschichtet).
  • Gesamtdauer: ca. 30–90 Minuten, je nach Komplexität.
  • Lokalanästhesie + ggf. leichte Sedierung.

4. Vorbereitung

  • Blutentnahme, EKG, ggf. Echo.
  • Gerinnung prüfen, Nierenfunktion beachten.
  • Nüchternheit (6 Stunden).
  • Medikamente (z. B. blutverdünnende Mittel) nach ärztlicher Anweisung fortführen oder pausieren.
  • Aufklärung und Einwilligung.

5. Erfolgsaussichten

  • Hohe Erfolgsrate (ca. 95–99 %) bei unkomplizierten Stenosen.
  • In der Regel deutliche Symptomverbesserung oder -freiheit.
  • Langfristiger Nutzen bei stabiler KHK, akuten Koronarsyndromen oder Infarkt.

6. Mögliche Risiken und Komplikationen

Komplikation Häufigkeit Erläuterung
Bluterguss / Nachblutung an Punktionsstelle häufig meist harmlos
Gefäßverschluss, Gefäßverletzung gelegentlich ggf. chirurgische Nachversorgung
allergische Reaktion auf Kontrastmittel selten meist milde, bei bekannter Allergie ggf. Prämedikation
Herzrhythmusstörungen gelegentlich meist vorübergehend
Herzinfarkt, Notfall-Bypass selten ca. 0,1–0,5 % je nach Situation
Schlaganfall, Embolie sehr selten < 0,1 %
Kontrastmittel-Nierenschaden selten v. a. bei vorbestehender Niereninsuffizienz
Tod sehr selten < 0,1–0,5 % (abhängig vom Zustand, Notfalleingriff etc.)

7. Nach dem Eingriff

  • Überwachung (Monitor, EKG, Blutdruck) für mehrere Stunden.
  • Druckverband / Kompressionsarmband an der Punktionsstelle.
  • Aufstehen je nach Zugang nach 4–6 Stunden (radial) bzw. 6–12 Stunden (femoral).
  • Trinken zur Kontrastmittelausscheidung.
  • Blutgerinnungshemmung weiterführen (s. u.).

8. Medikamentöse Nachbehandlung

  • Duale Plättchenhemmung (DAPT) mit:
    • ASS + Clopidogrel / Ticagrelor / Prasugrel
    • Dauer je nach Stenttyp und Risiko (meist 6–12 Monate)
  • Weitere KHK-Therapie: z. B. Statine, Betablocker, ACE-Hemmer
  • Regelmäßige kardiologische Kontrolle

9. Verhalten nach Entlassung

  • Schonung für einige Tage.
  • Keine körperliche Belastung / schweres Heben für ca. 5 Tage.
  • Kontrolle der Punktionsstelle auf Nachblutung.
  • Keine Sauna, Schwimmen, Sport in der ersten Woche.
  • Regelmäßige Einnahme der Medikamente ist entscheidend für den Stenterfolg!

10. Alternativen

  • Bypass-Operation bei Mehrgefäßerkrankung oder komplexen Veränderungen
  • Medikamentöse Therapie bei stabiler KHK
  • Keine Intervention (bei symptomarmer Einzelveränderung vertretbar, aber selten empfohlen)

Aufklärung Kardio-MRT

1. Untersuchungszweck

  • Die kardiale MRT ist ein modernes, strahlenfreies Verfahren zur bildgebenden Untersuchung des Herzens.
  • Sie ermöglicht eine präzise Beurteilung von Herzmuskulatur, Wandbewegung, Durchblutung, Narbengewebe, Herzhöhlen und Herzklappen.
  • Je nach Fragestellung können unterschiedliche Sequenzen, Kontrastmittel oder Belastungstests zum Einsatz kommen.

2. Typische Fragestellungen

  • Abklärung einer Myokarditis, Kardiomyopathie, Sarkoidose
  • Erkennung von Narbengewebe oder Fibrose (z. B. nach Infarkt)
  • Abklärung einer Herzschwäche (HFrEF/HFpEF) unklarer Ursache
  • Beurteilung von Klappenfunktion oder Flussverhältnissen
  • V. a. angeborene Herzfehler
  • Untersuchung auf koronare Herzerkrankung (Stress-MRT) bei geeigneter Fragestellung

3. Ablauf der Untersuchung

  • Die Untersuchung erfolgt in Rückenlage in der MRT-Röhre (Dauer: 30–60 Minuten).
  • Sie erhalten ein EKG zur Herztriggerung und ggf. eine periphere i.v.-Zugang zur Kontrastmittelgabe.
  • Ggf. wird ein Medikament zur Belastung des Herzens verabreicht (Adenosin, Regadenoson).
  • Während der Untersuchung: mehrere Atemkommandos („Einatmen – anhalten – normal weiteratmen“).
  • Bei Einsatz von Kontrastmittel: Injektion von Gadolinium-basiertem MRT-Kontrastmittel über den Zugang.

4. Besonderheiten

  • Kein Einsatz von Röntgenstrahlen.
  • Bei Kontrastmittelgabe: keine jodhaltigen Substanzen, sondern gut verträgliche Gadolinium-Präparate.
  • Die Untersuchung ist nicht invasiv und in der Regel nicht schmerzhaft.
  • Sie hören laute Klopfgeräusche – Gehörschutz und Kopfhörer werden gestellt.

5. Voraussetzungen und Vorbereitung

  • Keine metallischen Gegenstände am Körper (Uhr, Schmuck, Haarnadeln, Hörgeräte, etc.).
  • Keine metallischen Implantate (z. B. Hörimplantate, ältere Herzschrittmacher), es sei denn ausdrücklich MRT-geeignet.
  • Ggf. nüchtern bleiben (bei Stress-MRT oder Sedierung).
  • Ggf. Vorabgabe von Beta-Blockern zur Herzfrequenzsenkung.
  • Wichtig: Informieren Sie uns über folgende Punkte:
    • Nierenfunktionsstörung
    • Metallimplantate, Schrittmacher, Clips, Insulinpumpen, Tätowierungen
    • Schwangerschaft
    • Klaustrophobie

6. Risiken und mögliche Nebenwirkungen

Risiko / Nebenwirkung Häufigkeit Erläuterung
Unruhe, Engegefühl in der Röhre gelegentlich bei Platzangst, ggf. Beruhigungsmittel
Allergische Reaktion auf Kontrastmittel sehr selten Hautausschlag, Übelkeit – gut behandelbar
Kreislaufreaktion bei Stress-MRT (z. B. Adenosin) selten Flush, Brustdruck, Atemnot – kurzzeitig, harmlos
Kontrastmittel: Gadolinium sehr selten bei schwerer Niereninsuffizienz: nephrogene Fibrose (bei neueren Mitteln extrem selten)
Metallartefakte abhängig vom Implantat können Bildqualität beeinträchtigen oder Risiko darstellen

7. Alternativen

  • Echokardiographie
  • CT des Herzens (bei bestimmten Fragestellungen, z. B. Koronaranatomie)
  • Myokardszintigraphie
  • Herzkatheter (invasiv)

Je nach Fragestellung ist das MRT jedoch oft die präziseste nichtinvasive Methode, v. a. bei Gewebecharakterisierung und komplexen kardialen Erkrankungen.


8. Nach der Untersuchung

  • Keine besonderen Maßnahmen erforderlich.
  • Kontrastmittel wird über die Nieren ausgeschieden – ausreichend trinken empfohlen.
  • Befund durch Kardiologen oder Radiologen nach Nachbearbeitung, meist innerhalb weniger Tage.

Aufklärung VES-Ablation

1. Einleitung

  • Bei Ihnen wurden vermehrte ventrikuläre Extrasystolen (VES) festgestellt – das sind zusätzliche elektrische Erregungen, die außerhalb des normalen Herzrhythmus in der Herzkammer entstehen.
  • Häufig sind diese harmlos, können aber bei hoher Zahl, Beschwerden oder bei zusätzlicher Herzerkrankung behandlungsbedürftig sein.
  • Die Katheterablation ist eine etablierte Methode zur gezielten Beseitigung der Ursprungsregion dieser Extraschläge.

2. Behandlungsziel

  • Verödung (Ablation) der elektrischen Ursprungsstelle(n) der VES mittels Hochfrequenzstrom.
  • Reduktion der VES-Zahl oder komplette Elimination.
  • Linderung von Symptomen (Herzstolpern, Herzklopfen, Unruhe, Leistungsminderung).
  • Vermeidung einer VES-bedingten Kardiomyopathie (bei hoher VES-Last).

3. Indikationen für Ablation

  • Hohe VES-Belastung: > 10–15 % aller Herzschläge laut Langzeit-EKG.
  • Symptomatische VES trotz medikamentöser Therapie.
  • Beeinträchtigung der linksventrikulären Funktion (VES-induzierte Kardiomyopathie).
  • Patient:innen mit VES und Wunsch nach medikamentenfreier Therapie.

4. Ablauf des Eingriffs

  • Durchführung im Herzkatheterlabor unter sterilen Bedingungen.
  • Lokalanästhesie der Leiste, ggf. Sedierung.
  • Einführung mehrerer Katheter über die Leistenvenen (und ggf. -arterien) ins Herz.
  • Elektrophysiologische Untersuchung mit Mapping des Ursprungsortes der VES.
  • Verödung der VES-Quelle mit Hochfrequenzstrom.
  • Gesamtdauer: ca. 2–4 Stunden, je nach Komplexität.

5. Vorbereitung

  • Nüchtern ab 6 Stunden vor dem Eingriff.
  • Absetzen bestimmter Medikamente (z. B. Antiarrhythmika) nach Rücksprache.
  • Blutentnahme (Gerinnung, Entzündung, Elektrolyte).
  • Ggf. Bildgebung zur Ursprungsort-Lokalisation (Echo, MRT, CT).
  • Aufklärung, Einwilligung.

6. Erfolgsaussichten

  • Erfolgsrate: 80–95 % bei fokalen VES aus dem Ausflusstrakt (z. B. rechtsventrikulärer Ausflusstrakt).
  • Etwas geringere Erfolgsrate bei multiplen Herden oder bei VES aus komplexen Lokalisationen (z. B. linksventrikulär, papilläres Muskelniveau).
  • Oft komplette Beseitigung oder deutliche Reduktion (> 80 %).

7. Mögliche Risiken und Komplikationen

Komplikation Häufigkeit Bemerkung
Hämatom, Blutung an der Leiste gelegentlich durch Punktion, meist harmlos
Gefäßverletzung, AV-Fistel selten ggf. Nachbehandlung erforderlich
Rhythmusstörungen, ES, VT gelegentlich meist selbstlimitierend
Perforation, Perikardtamponade selten ggf. Perikardpunktion notwendig
Schlaganfall, Embolie sehr selten v. a. bei linksventrikulären VES (transseptaler Zugang)
Herzblock extrem selten bei Nähe zum Reizleitungssystem
Tod extrem selten < 0,1 % bei fokalen VES ohne strukturelle Herzerkrankung

8. Alternative Behandlungsmöglichkeiten

  • Medikamente: Betablocker, Flecainid, Propafenon, Amiodaron etc.
    → wirken symptomlindernd, aber keine Heilung
  • Abwarten: bei asymptomatischen oder seltenen VES ohne strukturelle Herzerkrankung
  • Behandlung der Grunderkrankung (z. B. Elektrolyte, Schlaf, Stress, Hyperthyreose)

9. Nach dem Eingriff

  • Überwachung für einige Stunden bis eine Nacht.
  • Schonung der Leiste, ggf. Liegezeit.
  • Kontrolle durch EKG, Monitoring, ggf. Echo.
  • Körperliche Schonung für 2–3 Tage.
  • Kontrolle nach ca. 4–6 Wochen (Langzeit-EKG, ggf. Echo).

10. Besonderheiten

  • Bei multiplen VES-Herden oder nicht fokaler Genese kann ein erneuter Eingriff notwendig werden.
  • Bei VES aus linkem Ventrikel: transseptaler Zugang (Vorhofseptum), erhöhtes Embolierisiko → Antikoagulation ggf. erforderlich.

Aufklärung Vorhofflattern-Ablation

1. Einleitung

  • Bei Ihnen wurde ein Vorhofflattern festgestellt – eine anhaltende oder immer wiederkehrende Herzrhythmusstörung aus dem rechten (selten linken) Vorhof.
  • Es handelt sich meist um ein sogenanntes typisches Vorhofflattern, bei dem die elektrische Erregung in einer kreisenden Schleife um die Trikuspidalklappe läuft (cavotrikuspidaler Isthmus).
  • Die Erkrankung kann Symptome wie Herzrasen, Luftnot, Schwindel, Leistungsminderung oder Brustdruck verursachen.
  • Ziel der Therapie ist die dauerhafte Unterbrechung des Reentry-Kreises durch eine Katheterablation.

2. Behandlungsziel

  • Verödung (Ablation) des kritischen Leitungsbereichs (cavotrikuspidaler Isthmus).
  • Dauerhafte Beseitigung des Vorhofflatterns (typisch: > 95 % Erfolgsrate).
  • Reduktion der Beschwerden, ggf. Absetzen von Antiarrhythmika.
  • Vermeidung thromboembolischer Komplikationen, ggf. Reduktion der OAK-Pflicht (abhängig vom Risiko).

3. Ablauf des Eingriffs

  • Durchführung im Herzkatheterlabor.
  • Lokalanästhesie (Leiste) mit oder ohne Sedierung.
  • Einführung mehrerer Katheter über die Leistenvene ins rechte Herz.
  • Darstellung des Erregungskreises mittels elektrophysiologischer Untersuchung (EPU).
  • Verödung mit Hochfrequenzstrom entlang des Isthmus zwischen Trikuspidalklappe und unterem Hohlvenenostium.
  • Nach erfolgreicher Ablation: kein Durchgang der Erregung mehr → Bestätigung mit Teststimulation.
  • Eingriffsdauer: ca. 1–2 Stunden.

4. Vorbereitung

  • Absetzen bestimmter Medikamente (nach Absprache).
  • Nüchternheit ab 6 Stunden vor Eingriff.
  • Blutabnahme (Gerinnung, Entzündungswerte, ggf. OAK-Werte).
  • Aufklärung, ggf. internistische Vorkontrolle.

5. Erfolgsaussichten

  • > 95 % Erfolgsrate bei typischem Vorhofflattern.
  • In der Regel dauerhaft ohne Wiederauftreten.
  • Bei atypischem Vorhofflattern oder zusätzlichem Vorhofflimmern kann die Erfolgsrate geringer sein – ggf. zusätzliche Eingriffe nötig.

6. Mögliche Risiken und Komplikationen

Komplikation Häufigkeit Bemerkung
Bluterguss an der Leiste häufig durch Einstichstelle
Gefäßverletzung, Nachblutung gelegentlich ggf. Kompression oder Revision
Herzrhythmusstörungen gelegentlich z. B. Vorhofflimmern nach Ablation
AV-Block sehr selten durch Nähe zum AV-Knoten bei atypischem Flattern
Perikarderguss, Herzbeutelverletzung extrem selten < 0,1 %
Schlaganfall / Embolie sehr selten Schutz durch Antikoagulation erforderlich
Tod extrem selten < 0,1 %

7. Alternative Behandlungsmöglichkeiten

  • Medikamentöse Frequenzkontrolle (z. B. Betablocker, Verapamil)
  • Antiarrhythmika (z. B. Flecainid, Amiodaron) zur Rhythmuskontrolle
  • Elektrokardioversion
  • Keine Behandlung (nur bei asymptomatischen Einzelfällen vertretbar)

Diese Optionen sind oft weniger effektiv oder mit Nebenwirkungen behaftet. Die Ablation gilt heute als Therapie der Wahl beim typischen Vorhofflattern.


8. Nach dem Eingriff

  • Überwachung für einige Stunden (ggf. eine Nacht stationär).
  • Druckverband an der Leiste.
  • Kontrolle von Puls, EKG, Punktionsstelle.
  • Körperliche Schonung für 1–2 Tage.
  • Antikoagulation nach Risiko-Scores (CHA₂DS₂-VASc) ggf. weiterführen.

9. Besonderheiten

  • Bei gleichzeitiger Diagnose eines Vorhofflimmerns kann eine zusätzliche Ablation nötig sein (z. B. Pulmonalvenenisolation).
  • Späte Rezidive sind selten, aber möglich – ggf. Zweiteingriff erforderlich.

Aufklärung AVNRT-Ablation

1. Einleitung

  • Bei Ihnen besteht eine sogenannte AV-Knoten-Reentry-Tachykardie (AVNRT), eine gutartige Herzrhythmusstörung, bei der es im Bereich des AV-Knotens zu einem „Kreisverkehr“ elektrischer Impulse kommt.
  • Sie äußert sich meist durch plötzlich einsetzendes Herzrasen, Herzklopfen, Unruhe, ggf. Schwindel oder Atemnot.
  • Die Störung ist nicht lebensbedrohlich, kann aber sehr belastend sein.
  • Eine Katheterablation ist eine bewährte Methode, diese Rhythmusstörung dauerhaft zu beheben.

2. Behandlungsziel

  • Dauerhafte Beseitigung der AVNRT durch gezielte Verödung der langsamen Leitungsbahn im AV-Knotenbereich.
  • Verhinderung weiterer Tachykardieanfälle.
  • Reduktion oder Absetzen von Medikamenten.

3. Ablauf des Eingriffs

  • Der Eingriff erfolgt im Herzkatheterlabor, meist in lokaler Betäubung mit ggf. leichter Sedierung.
  • Über die Leistenvene werden dünne Katheter ins rechte Herz vorgeschoben.
  • Mittels elektrophysiologischer Untersuchung (EPU) wird die Tachykardie provoziert und lokalisiert.
  • Verödung (Ablation) des langsamen Anteils des AV-Knotens mit Hochfrequenzstrom.
  • Dauer: ca. 1 bis 2 Stunden.
  • In der Regel ist der Eingriff ambulant oder mit 1 Übernachtung möglich.

4. Vorbereitung

  • Absetzen bestimmter Medikamente nach ärztlicher Anweisung.
  • Nüchternheit am Eingriffstag (6 Stunden vorher).
  • Vorab: EKG, Echo, ggf. Blutabnahme.
  • Aufklärung über Eingriff und schriftliche Einwilligung.

5. Erfolgsaussichten

  • > 95 % Erfolg bei einmaliger Ablation.
  • Sehr geringe Rückfallrate.
  • In der Regel keine weitere Therapie nötig.
  • Sehr gute Langzeitprognose.

6. Mögliche Risiken und Komplikationen

Komplikation Häufigkeit Erläuterung
Bluterguss, Schwellung an der Leiste gelegentlich durch Punktionsstelle, meist harmlos
Gefäßverletzung, Nachblutung selten ggf. Nachbehandlung notwendig
Herzrhythmusstörungen (Extrasystolen) gelegentlich meist selbstlimitierend
AV-Block (dauerhaft) sehr selten (< 1 %) ggf. Schrittmacher notwendig
Perforation, Herzbeutelerguss extrem selten (< 0,1 %)

7. Alternative Behandlungsmöglichkeiten

  • Medikamente (z. B. Betablocker, Verapamil, Flecainid): lindern Anfälle, aber keine Heilung.
  • „Abwarten“ möglich, wenn Anfälle selten und gut toleriert sind.
  • Notfallmaßnahmen bei Anfällen: Valsalva-Manöver, Carotis-Massage, Adenosin-Injektion – jedoch keine Dauerlösung.

8. Nach dem Eingriff

  • Überwachung für einige Stunden (Puls, EKG, Punktionsstelle).
  • Körperliche Schonung für 1–2 Tage.
  • Kein Heben schwerer Lasten in der ersten Woche.
  • Kontrolle nach ca. 4 Wochen beim Kardiologen.
  • In der Regel keine weitere Medikation nötig.

9. Besonderheiten

  • Keine Einschränkung im Alltag oder bei körperlicher Aktivität nach erfolgreicher Ablation.
  • In den ersten Tagen nach dem Eingriff können vereinzelt Extraschläge auftreten – meist harmlos.
  • Sehr gute Langzeitprognose ohne weitere Behandlung notwendig.

Perikardpunktion

1. Indikationen

  • Therapeutisch:
    • Perikardtamponade mit hämodynamischer Relevanz
    • Großer Erguss mit Dyspnoe
  • Diagnostisch:
    • Unklare Ätiologie des Ergusses (z. B. malign, infektiös, entzündlich)

2. Kontraindikationen

(relativ, da lebensrettende Maßnahme bei Tamponade)

  • Unkorrigierte Gerinnungsstörung (falls Zeit zur Korrektur)
  • Thrombozytopenie < 30.000/μl
  • Lokalinfektion an Punktionsstelle
  • Aneurysma dissecans, Trauma

3. Vorbereitung

  • Monitoring: EKG, SpO₂, RR
  • i.v.-Zugang (2-lumig), ggf. Volumengabe
  • Gerinnung prüfen
  • Blutgruppe & Kreuzblut
  • Aufklärung, falls möglich
  • Materialien bereitstellen:
    • sterile Punktions-Sets (z. B. Seldinger-Technik)
    • Perikardkatheter
    • Lokalanästhetikum (z. B. Lidocain 1 %)
    • ggf. Drainagesystem, Spritzen, sterile Kompressen
  • Ultraschallgerät oder Echo, ggf. Röntgen

4. Zugangswege

  1. Subxiphoidal (am häufigsten):
    • unterhalb des Sternums, leicht links der Mittellinie, 30–45° nach kranial und dorsal, Richtung linker Schulter
  2. Apikal-interkostal:
    • links parasternal, meist 5. ICR
    • bei Erguss über Apex oder bei postoperativem Erguss
  3. Parasternal:
    • links neben dem Sternum im 5.–6. ICR
    • bei Echo-geführter Punktion direkt auf Taschenrichtung

Achtung: Bei tamponierenden Ergüssen bevorzugt subxiphoidaler Zugang, da am sichersten bzgl. Koronar- und Myokardschutz.


5. Durchführung (subxiphoidal, echo- oder röntgengestützt)

A. Steriles Arbeiten & Lokalanästhesie

  • Hautdesinfektion, steriles Abdecken
  • Lokalanästhesie der Haut und Subkutis

B. Punktion

  • Führungsnadel unter Aspirationskontrolle vorschieben (langsames Voranschieben mit kontinuierlicher Aspiration)
  • Idealerweise aspirierbare seröse Flüssigkeit (→ Perikard)
  • EKG-Überwachung: ventrikuläre Extrasystolen = Myokardberührung!

C. Kathetereinlage

  • Wenn Perikard erreicht: ggf. über Draht (Seldinger-Technik) Katheter vorschieben
  • Drainageschlauch fixieren
  • Verbindung mit Auffangsystem
  • Initiale Drainage von 100–200 ml → dann langsam (Reperfusionsödem vermeiden)

6. Nachsorge

  • Klinische Beobachtung (Puls, RR, Rhythmus)
  • Echokardiographische Verlaufskontrolle (Entleerung? Re-Tamponade?)
  • Ggf. Labor: Zellzahl, Kultur, Zytologie, ADA, PCR (Tbc) aus Punktat
  • Katheter nach ca. 24–48 h entfernen (wenn Erguss < 50 ml/Tag)

7. Komplikationen

Komplikation Häufigkeit Bemerkung
Myokardperforation selten → Blutung, Arrhythmie
Koronararterienverletzung sehr selten → Hämatoperikard
Pneumothorax selten bei apikalem Zugang
Herzrhythmusstörungen gelegentlich v. a. ventrikuläre ES
Infektion selten bei längerer Drainage
Leberpunktion selten bei zu flachem Winkel subxiphoidal

8. Dokumentation

  • Indikation, Ablauf, Materialmenge, Punktatmenge, Verlauf
  • Punktatergebnis (Makroskopie, Labor, evtl. Histologie)
  • Sonographiekontrollen
  • Komplikationen

Aufklärung VT-Ablation

1. Einleitung

  • Sie leiden an anfallsartig auftretendem Herzrasen, das von den Herzkammern ausgeht – einer sogenannten ventrikulären Tachykardie (VT).
  • Diese Rhythmusstörung kann gefährlich sein, da sie zu Bewusstlosigkeit oder sogar zum plötzlichen Herztod führen kann.
  • Die Katheterablation ist ein Verfahren, bei dem gezielt die Ursprungsstelle der Rhythmusstörung im Herzen verödet wird, um weitere Anfälle zu verhindern.

2. Behandlungsziel

  • Ziel der Ablation ist:
    • die Reduktion oder Beseitigung der VT-Episoden
    • die Verbesserung der Lebensqualität
    • ggf. Reduktion von ICD-Schocks
    • langfristig: Verbesserung der Prognose (bei bestimmten Herzerkrankungen)

3. Ablauf des Eingriffs

  • Durchführung in einem Herzkatheterlabor unter sterilen Bedingungen.
  • Lokalanästhesie und ggf. Sedierung oder Kurznarkose.
  • Punktion der Leistenvene(n) – ggf. auch Arterie.
  • Einführung von Kathetern ins Herz, meist über die rechte Herzkammer.
  • 3D-Elektroanatomische Mapping-Systeme zur Darstellung der elektrischen Aktivität.
  • Verödung (Ablation) mittels Hochfrequenzstrom (oder seltener Kälte) an auffälligen Arealen.
  • Dauer: 2–6 Stunden je nach Komplexität.

4. Vorbereitung

  • Ggf. Absetzen bestimmter Medikamente nach Rücksprache.
  • Nüchternheit ab Mitternacht (bei Sedierung/Narkose).
  • Aufklärung über Begleiterkrankungen, Medikamente, Gerinnungsstatus.
  • ICD-/Schrittmacher-Funktion prüfen (Geräte werden ggf. temporär deaktiviert).

5. Mögliche Risiken und Komplikationen

Komplikation Häufigkeit Erläuterung
Bluterguss an der Leiste häufig durch Einstichstelle, meist harmlos
Nachblutung / Gefäßverletzung gelegentlich ggf. Nachbehandlung notwendig
Perikarderguss / Herzbeuteltamponade selten ggf. Entlastung durch Punktion notwendig
AV-Block sehr selten insbesondere bei Ablation nahe des Reizleitungssystems
Schlaganfall / Embolie sehr selten durch Thromben, Schutz durch Gerinnungshemmung
Tod extrem selten ca. 0,5–1 %, je nach Grunderkrankung und Komplexität

6. Alternative Behandlungsmöglichkeiten

  • Medikamentöse Therapie (Antiarrhythmika wie Amiodaron, Sotalol etc.)
  • Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD) bei struktureller Herzerkrankung – schützt vor plötzlichem Herztod, aber verhindert keine VT-Episoden
  • Keine Behandlung (nicht empfohlen bei symptomatischer VT)

7. Nach dem Eingriff

  • Überwachung auf der Überwachungsstation / IMC
  • Druckverband an der Punktionsstelle
  • Monitoring von Herzrhythmus und Kreislauf
  • Entlassung nach 1–3 Tagen, bei stabiler Situation
  • Nachsorge beim Kardiologen (ggf. Geräteanpassung, Medikamentenabstimmung)
  • Ggf. Fortführung einer antientzündlichen oder gerinnungshemmenden Medikation

8. Besonderheiten bei struktureller Herzerkrankung

  • Bei ischämischer Kardiomyopathie, Myokardfibrose oder ARVC ist die VT oft rezidivierend, mehrere Ablationen können notwendig sein.
  • Prognoseverbesserung nur bei erfolgreicher Langzeitunterdrückung.

Aufklärung für CRT-Implantation (biventrikulärer Schrittmacher)

1. Indikation / Zweck des Eingriffs

Implantation eines kardialen Resynchronisationssystems (CRT-P oder CRT-D) zur Verbesserung der Pumpfunktion bei Patienten mit Herzinsuffizienz und intraventrikulärer Erregungsleitungsstörung.

Hauptindikationen:

  • Symptomatische Herzinsuffizienz (NYHA II–IV) trotz optimaler medikamentöser Therapie
  • Linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) ≤ 35 %
  • Linksschenkelblock oder breiter QRS ≥ 130–150 ms
  • Sinusrhythmus (bzw. geeignete AV-Synchronisation bei Vorhofflimmern)

Ziel:
Synchronisierung der Kontraktion beider Herzkammern → Verbesserung der Pumpfunktion, Reduktion der Symptome, Verbesserung der Prognose, ggf. Reduktion der Mortalität (bei CRT-D durch ICD-Funktion).


2. Art und Durchführung des Eingriffs

  • Lokalanästhesie, ggf. Sedierung.
  • Hautschnitt (ca. 5 cm) meist infraklavikulär links.
  • Darstellung einer Vene (V. cephalica oder V. subclavia).
  • Einführung von 3 Elektroden:
    1. Vorhofelektrode in den rechten Vorhof
    2. Rechtsventrikuläre Elektrode in den rechten Ventrikel (meist Apex oder Septum)
    3. Linksventrikuläre Elektrode über den Koronarsinus in eine Seitenvene des linken Ventrikels
  • Anschluss an das Aggregat (CRT-P = biventrikulärer Schrittmacher / CRT-D = Defibrillator).
  • Funktionsprüfung (Reizschwellen, Wahrnehmung, Impedanz, Synchronisation).
  • Einlage des Aggregats in eine subkutane oder submuskuläre Tasche.
  • Wundverschluss, steriler Verband.

Dauer des Eingriffs: ca. 90–120 Minuten.
Stationärer Aufenthalt: in der Regel 2–3 Tage.


3. Vorbereitung

  • Nüchternheit: keine feste Nahrung 6 h, klare Flüssigkeiten bis 2 h vor Eingriff.
  • Labor: Blutbild, Gerinnung, Elektrolyte, Nierenwerte, CRP.
  • EKG, Röntgen-Thorax, Echokardiographie zur Kontrolle der Indikation.
  • Antikoagulation ggf. anpassen (individuell je nach Präparat).
  • Rasur und antiseptische Hautvorbereitung.
  • Prä-OP-Schrittmacherkontrolle, falls Altgerät vorhanden.

4. Verhalten nach dem Eingriff

  • Arm auf Implantationsseite 1–2 Tage ruhig halten, keine Abduktion > 90° in der ersten Woche.
  • Verband- und Wundkontrolle.
  • Röntgen-Thorax zur Lagekontrolle der Elektroden und Ausschluss eines Pneumothorax.
  • Gerätekontrolle (Messung, Programmierung, ggf. Resynchronisations-Feinjustierung).
  • Fadenzug nach 7–10 Tagen.
  • Nachkontrollen: nach 6 Wochen, dann alle 6–12 Monate.

5. Mögliche Risiken und Komplikationen

Komplikation Häufigkeit Bemerkung / Folge
Hämatom / Nachblutung häufig (1–5 %) v. a. bei Antikoagulation
Wund- oder Tascheninfektion selten (0,5–1 %) ggf. Systemexplantation
Pneumothorax / Hämatothorax selten (1 %) ggf. Drainage notwendig
Dislokation einer Elektrode (v. a. LV-Elektrode) gelegentlich (2–5 %) Revision erforderlich
Herzperforation / Perikardtamponade sehr selten (< 0,5 %) Notfallbehandlung notwendig
Koronarsinus-Perforation sehr selten (< 0,5 %) Abbruch / Revision
Fehlfunktion (Schrittmacher oder ICD-Teil) selten Reprogrammierung oder Austausch
ICD-Schock (bei CRT-D) gelegentlich bei ventrikulären Arrhythmien oder Fehltriggerung
Thrombose / Embolie sehr selten Antikoagulation prüfen
Tod / schwere Komplikation extrem selten (< 0,1 %)

6. Verhalten im Alltag / Langzeithinweise

  • Regelmäßige Nachsorge: zunächst nach 6 Wochen, danach halbjährlich.
  • Implantatpass immer mitführen (v. a. bei Flughafenkontrollen, Arztbesuchen).
  • Elektromagnetische Felder meiden: Induktionsherde, starke Magnete, Schweißgeräte.
  • Mobiltelefone auf der Gegenseite tragen, Abstand ≥ 15 cm.
  • MRT nur bei MRT-kompatiblen Systemen.
  • Bei Fieber, Rötung oder Schmerzen über dem Aggregat: sofort Arzt informieren.
  • Nach Schock (CRT-D): sofortige ärztliche Kontrolle.
  • Batterielaufzeit: ca. 7–10 Jahre; Aggregatwechsel bei Batterieerschöpfung, Elektroden bleiben meist.

7. Alternativen

  • Optimierung der medikamentösen Herzinsuffizienztherapie (ACE-Hemmer/ARNI, Betablocker, MRA, SGLT2-Hemmer).
  • Standard-Schrittmacher bei Bradykardie – ohne Synchronisationsfunktion (nicht gleichwertig).
  • Keine echte alternative Therapie, die eine Resynchronisation ersetzen könnte.

8. Prognose / Nutzen

  • Deutliche Verbesserung von Symptomen, Belastbarkeit und Lebensqualität.
  • Reduktion von Hospitalisationen und Mortalität bei geeigneten Patienten.
  • Gute Langzeitprognose bei funktionierendem System und konsequenter Nachsorge.

9. Besondere Hinweise

  • Kein Autofahren innerhalb der ersten 1–3 Monate nach Implantation oder Schockereignis (gemäß DGK-Empfehlung).
  • Keine Einschränkung für Sexualität, Reisen oder leichte körperliche Aktivitäten nach Abheilung.
  • Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder Diabetes: erhöhtes Infektionsrisiko.
  • Bei beruflicher Exposition mit elektrischen Feldern: arbeitsmedizinische Beratung erforderlich.

Aufklärung Stressechokardiographie

1. Ziel und Zweck der Untersuchung

Die Stressechokardiographie (Stress-Echo) dient der Beurteilung der Herzdurchblutung, Wandbewegung und Herzklappenfunktion unter Belastung.
Sie ist eine Kombination aus Ultraschalluntersuchung des Herzens und einer kontrollierten Belastung – entweder körperlich oder medikamentös.

Ziele der Untersuchung:

  • Nachweis oder Ausschluss einer koronaren Herzkrankheit (KHK)
  • Beurteilung der Myokardischämie (minderdurchblutetes Herzmuskelgewebe)
  • Funktionsbeurteilung der linken Kammer unter Belastung
  • Einschätzung der Klappeninsuffizienz oder -stenose unter Stressbedingungen
  • Prognostische Einschätzung nach Herzinfarkt oder Revaskularisation
  • Beurteilung der chronotropen Kompetenz

2. Arten der Belastung

  • Ergometrische Stressechokardiographie: Belastung auf dem Fahrradergometer in halbliegender Position.
  • Dobutamin-Stressechokardiographie: Medikamentöse Belastung mit dem β-Sympathomimetikum Dobutamin (ggf. zusätzlich Atropin), wenn körperliche Belastung nicht möglich ist.

Ziel ist in beiden Fällen eine Herzfrequenzsteigerung, um die Pumpfunktion und regionale Wandbewegungen unter Stressbedingungen zu beurteilen.


3. Art und Durchführung der Untersuchung

  • Anlegen von EKG-Elektroden, Blutdruckmanschette und ggf. Pulsoximeter.
  • Baseline-Echokardiographie in Ruhe.
  • Stufenweise Belastungssteigerung (Fahrrad oder Medikament).
  • Fortlaufende Echokardiographie und EKG-Überwachung.
  • Belastungsabbruch bei Erreichen der Zielherzfrequenz, Symptomen oder Auffälligkeiten.
  • Anschließend Ruhephase mit Nachbeobachtung.
  • Dauer: ca. 20–30 Minuten (inkl. Vorbereitung und Erholung).

4. Vorbereitung

  • Leichtes Frühstück erlaubt, keine schweren Mahlzeiten 3 Stunden vor der Untersuchung.
  • Keine koffeinhaltigen Getränke (Kaffee, Cola, Schwarztee) 12 Stunden vorher, wenn ein pharmakologischer Test geplant ist.
  • Betablocker und andere frequenzsenkende Medikamente ggf. vorab pausieren (nach ärztlicher Anweisung).
  • Bequeme Kleidung und ggf. Sportschuhe (bei Ergometrie).
  • Bei bestehender Herzschrittmachertherapie oder ICD: Kontrolle der Einstellung vor Testbeginn.

5. Verhalten nach der Untersuchung

  • Nach Erreichen der Belastung wird die Untersuchung beendet, Blutdruck und Herzfrequenz werden überwacht, bis sie sich normalisiert haben.
  • Leichte Erschöpfung oder kurzfristige Herzklopfen können auftreten.
  • Nach Sedierung (nur selten erforderlich) keine aktive Teilnahme am Straßenverkehr am Untersuchungstag.

6. Mögliche Risiken und Komplikationen

Komplikation Häufigkeit Bemerkung / Folge
Blutdruckanstieg, Herzklopfen häufig physiologische Reaktion auf Belastung
Schwindel, Übelkeit gelegentlich durch Kreislaufreaktion
Herzrhythmusstörungen gelegentlich meist vorübergehend
Angina pectoris / Thoraxschmerz gelegentlich Untersuchung wird sofort beendet
Blutdruckabfall / Synkope selten rasche Stabilisierung
Myokardinfarkt sehr selten (< 0,05 %) Notfallversorgung sofort möglich
Kammerflimmern / plötzlicher Herztod extrem selten (< 0,01 %) Notfallausrüstung und Defibrillator stets vorhanden
Allergische Reaktion auf Dobutamin / Atropin (bei pharmakologischem Test) sehr selten ggf. Antidotgabe / Abbruch

7. Alternativen

  • Myokardperfusionsszintigraphie (nuklearmedizinisch, höhere Strahlenbelastung)
  • Kardio-MRT unter Stress (ohne Strahlenbelastung, jedoch aufwendiger und nicht überall verfügbar)
  • Koronarangiographie (invasiv, ermöglicht direkte Therapie, aber höheres Risiko)
  • CT-Koronarangiographie (anatomische, keine funktionelle Beurteilung)

8. Prognose / Nutzen

Die Stressechokardiographie ist eine etablierte, sehr sichere und aussagekräftige Untersuchung.
Sie erlaubt eine nicht-invasive Diagnostik der Ischämie, Klappenfunktion und der Belastbarkeit des Herzens und hilft, invasive Eingriffe gezielt zu planen oder zu vermeiden.


9. Besondere Hinweise

  • Untersuchung nur durch erfahrenes Personal mit Notfallausrüstung.
  • Bei auffälligem Befund ggf. weiterführende Diagnostik (Koronarangiographie).
  • Patienten mit bekannter schwerer Aortenstenose, instabiler Angina pectoris oder frischem Infarkt: Untersuchung kontraindiziert.

Aufklärung TEE

1. Ziel und Zweck der Untersuchung

Die transösophageale Echokardiographie (TEE) ist eine spezielle Ultraschalluntersuchung des Herzens, bei der eine Sonde über den Mund in die Speiseröhre (Ösophagus) eingeführt wird.
Da sich die Speiseröhre unmittelbar hinter dem Herzen befindet, können Herzklappen, Vorhöfe, Vorhofseptum, Aorta und Thromben besonders genau dargestellt werden.

Ziele der Untersuchung:

  • Beurteilung von Herzklappen (z. B. Endokarditis, Klappeninsuffizienz, Klappenprothesen)
  • Nachweis oder Ausschluss von Thromben (v. a. im linken Vorhofohr)
  • Beurteilung von Vorhofseptumdefekten / PFO
  • Darstellung der Aorta thoracalis (z. B. bei Dissektion)
  • Kontrolle nach interventionellen oder operativen Eingriffen (z. B. Klappenimplantation, PFO-/LAA-Verschluss)
  • Ergänzung zur transthorakalen Echokardiographie (TTE), wenn diese nicht ausreichend aussagekräftig ist

2. Art und Durchführung der Untersuchung

  • Untersuchung in der Regel in Linksseitenlage.
  • Zuvor Lokalanästhesie des Rachens (z. B. mit Lidocain-Spray).
  • Meist zusätzlich Beruhigungsspritze (Sedierung) mit Midazolam oder Propofol i.v.
  • Einführung einer schmalen, flexiblen Ultraschallsonde über den Mund in die Speiseröhre.
  • Dauer der Untersuchung: ca. 10–20 Minuten.
  • Während der Untersuchung kontinuierliche Überwachung von Puls, Blutdruck und Sauerstoffsättigung.
  • Nach der Untersuchung Beobachtung, bis Sedierung abgeklungen ist (ca. 1–2 Stunden).

3. Vorbereitung

  • Nüchternheit: 6 Stunden vor der Untersuchung keine feste Nahrung, keine Milchprodukte; klare Flüssigkeiten bis 2 Stunden vorher erlaubt.
  • Zahnersatz (Prothesen, Teilprothesen, lose Kronen) vor der Untersuchung entfernen.
  • Gerinnungshemmung wird in der Regel nicht pausiert.
  • Allergien, Schluckbeschwerden oder Erkrankungen der Speiseröhre (z. B. Ösophagusvarizen, Strikturen, Divertikel) müssen dem Arzt mitgeteilt werden.
  • Bei stationären Patienten: venöser Zugang und Monitoring vor Beginn.

4. Verhalten nach der Untersuchung

  • Erst trinken oder essen, wenn das Schluckgefühl vollständig zurückgekehrt ist (nach ca. 1 Stunde).
  • Nach Sedierung:
    • 24 Stunden kein Autofahren, keine Maschinen bedienen, keine wichtigen Entscheidungen treffen.
    • Nur in Begleitung nach Hause.
  • Leichtes Kratzen im Hals oder Schluckbeschwerden sind vorübergehend möglich.
  • Bei anhaltenden Schmerzen, Blutspucken, Fieber oder Schluckstörungen: sofort Arzt informieren.

5. Mögliche Risiken und Komplikationen

Komplikation Häufigkeit Bemerkung / Folge
Würgereiz / Halsschmerzen häufig (10–20 %) meist vorübergehend
Zahn- oder Lippenverletzung gelegentlich v. a. bei lockeren Zähnen
Blutdruck- / Pulsveränderungen gelegentlich durch Sedierung oder vagale Reaktion
Übelkeit / Erbrechen selten ggf. Abbruch der Untersuchung
Verletzung der Speiseröhre / Schleimhaut sehr selten (< 0,1 %) ggf. Blutung oder Perforation
Aspiration (Einatmen von Mageninhalt) sehr selten (< 0,1 %) v. a. bei fehlender Nüchternheit
Allergische Reaktion auf Medikamente sehr selten ggf. Notfallbehandlung erforderlich
Schwere Komplikationen (z. B. Perforation, Herzrhythmusstörungen) extrem selten (< 0,05 %)

6. Alternativen

  • Transthorakale Echokardiographie (TTE): schmerzlos und ohne Sedierung, aber geringere Bildqualität bei bestimmten Fragestellungen.
  • CT- oder MRT-Untersuchung des Herzens / der Aorta: möglich, jedoch ohne direkte Klappenfunktionsbeurteilung und ggf. mit Kontrastmittelbelastung.

Die TEE ist bei vielen Fragestellungen (z. B. Thrombus- oder Endokarditisnachweis) die genaueste und sicherste Methode.


7. Prognose / Nutzen

Die TEE ist eine sehr sichere Routineuntersuchung mit hoher Aussagekraft.
Die gewonnenen Befunde sind oft entscheidend für die weitere Therapieplanung (z. B. Klappenoperation, Antikoagulation, Intervention).