1. Was ist die Impella®?
- Die Impella®-Pumpe ist ein miniaturisiertes, temporäres Herzunterstützungssystem, das über die Leistenarterie ins Herz eingeführt wird.
- Sie wird in die linke Herzkammer (LV) vorgeschoben und pumpt Blut aktiv in die Hauptschlagader (Aorta).
- Dadurch wird das geschwächte Herz entlastet und die Durchblutung lebenswichtiger Organe gesichert.
- Sie wird vorübergehend für Stunden bis wenige Tage eingesetzt.
2. Indikationen (wann wird sie eingesetzt?)
- Kardiogener Schock (z. B. nach Herzinfarkt)
- Hochrisiko-Koronarintervention (PCI) bei sehr eingeschränkter Pumpfunktion
- Akute Dekompensation bei schwerer Herzinsuffizienz
- Bridging zu langfristiger Therapie (z. B. ECMO, LVAD, Herztransplantation)
- Myokarditis oder Takotsubo-Kardiomyopathie mit kritischem Verlauf
3. Ziel der Behandlung
- Kreislaufstabilisierung durch Entlastung des linken Ventrikels
- Verbesserung der Organperfusion
- Vermeidung von Multiorganversagen
- Erhöhung der Sicherheit bei Hochrisiko-Interventionen am Herzen
4. Ablauf der Implantation
- Durchführung im Herzkatheterlabor oder Hybrid-OP.
- Lokalanästhesie oder Sedierung, ggf. Intubation bei Schock.
- Zugang über Leistenarterie (V. femoralis), gelegentlich subklavikulär.
- Vorschieben des Impella-Katheters in die linke Herzkammer unter Röntgen- und Echokontrolle.
- Aktivierung der Pumpe – pumpt bis zu 5 l/min, je nach Modell.
- Überwachung auf Intensivstation mit kontinuierlicher Steuerung der Pumpenleistung.
5. Dauer der Unterstützung
- Je nach klinischem Verlauf: Stunden bis wenige Tage.
- In dieser Zeit engmaschige Kreislaufüberwachung, Antikoagulation, ggf. weitere Behandlungen (Revascularisation, Rhythmustherapie, Katecholaminreduktion).
6. Vorteile
- Entlastung des Herzens, Verbesserung des Herzzeitvolumens.
- Reduktion des Sauerstoffverbrauchs des Myokards.
- Stabilisierung des Kreislaufs auch bei extrem niedriger Auswurfleistung.
- Erhöhung der Sicherheit bei komplexen PCI.
- Potenzielle Verbesserung der Prognose in bestimmten Hochrisikosituationen.
7. Mögliche Risiken und Komplikationen
| Komplikation | Häufigkeit | Bemerkung |
|---|---|---|
| Blutung an der Punktionsstelle | häufig | durch große Kathetergröße (z. B. 14F), sorgfältige Kompression oder Verschlusssystem erforderlich |
| Gefäßverletzung, Dissektion, Pseudoaneurysma | gelegentlich | ggf. chirurgische Versorgung notwendig |
| Hämolyse (Auflösung von roten Blutkörperchen) | gelegentlich | durch hohe Flussraten – laborkontrolliert |
| Thromboembolie, Schlaganfall | selten | trotz Antikoagulation möglich |
| Infektionen (Punktion, Blutbahn) | gelegentlich | aseptische Technik wichtig |
| Arrhythmien (VES, VT) | selten | v. a. bei Myokardberührung |
| Perikardtamponade (Herzbeutelerguss) | sehr selten | durch Perforation bei Implantation |
| Beinischämie durch arteriellen Zugang | selten | ggf. Notfallversorgung erforderlich |
| Tod | abhängig vom Ausgangszustand | z. B. bei kardiogenem Schock trotz Impella weiterhin hohe Letalität (40–70 %) |
8. Alternativen
- Keine andere Pumpe mit gleicher Funktion bei rein linksventrikulärer Entlastung.
- IABP (Intraaortale Ballonpumpe): schwächere Unterstützung, kaum prognostischer Nutzen im Schock.
- VA-ECMO: bei zusätzlicher Oxygenierungsnotwendigkeit – aber mit erhöhter Nachlast am Herzen.
- Medikamentöse Therapie allein (z. B. Katecholamine) meist unzureichend in schweren Fällen.
9. Nachbehandlung
- Überwachung auf der Intensivstation.
- Regelmäßige Blutbildkontrollen (Hämolyse, Gerinnung, Nierenwerte).
- Punktion überwachen: Thrombose- und Blutungsprophylaxe.
- Ggf. Entfernung nach hämodynamischer Erholung – mit manueller Kompression oder Verschlusssystem.
- Bei längerem Einsatz: Erwägung von Alternativen (z. B. LVAD, Transplantation).

