Aufklärung Rechtsherzkatheter

1. Untersuchungsziel

  • Der Rechtsherzkatheter dient der direkten Messung von Druckwerten und Sauerstoffgehalten in den rechten Herzhöhlen und der Lungenschlagader (Pulmonalarterie).
  • Damit lassen sich Aussagen treffen über:
    • Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie)
    • Herzleistung (z. B. bei Herzinsuffizienz)
    • Klappenfehler (v. a. Trikuspidal- und Pulmonalklappe)
    • Shunts (z. B. VSD, ASD)
    • Reaktion auf Medikamente (z. B. Vasoreagibilitätstest)

2. Ablauf der Untersuchung

  • Die Untersuchung erfolgt meist in lokaler Betäubung, ggf. mit leichter Sedierung.
  • Punktionsstelle: Vene am Hals (V. jugularis), Schlüsselbein (V. subclavia) oder Leiste (V. femoralis).
  • Einführen eines weichen Katheters mit Ballonspitze (Swan-Ganz-Katheter) in die rechte Herzkammer und weiter in die Lungenschlagader.
  • Messung von:
    • Druckwerten in rechter Vorkammer, rechter Herzkammer, Pulmonalarterie
    • „Wedge-Druck“ (indirekter Druck in den Lungenvenen / linken Vorhof)
    • Herzzeitvolumen
    • Sauerstoffsättigungen

Dauer: ca. 20–40 Minuten, ggf. länger bei zusätzlicher Medikamententestung.


3. Was muss ich beachten?

  • Nüchternheit (6 Stunden) bei geplanter Sedierung.
  • Regelmäßige Medikamente nach Rücksprache einnehmen.
  • Auf Schmuck, Uhr, Hörgeräte etc. verzichten.
  • Bitte informieren Sie uns über:
    • Blutverdünner / Gerinnungsstörung
    • Allergien
    • Herzrhythmusstörungen
    • Infektionen oder Fieber

4. Erfolgsaussichten

  • Goldstandard zur Diagnose des Lungenhochdrucks und zur hämodynamischen Abklärung unklarer Dyspnoe.
  • Bietet entscheidende Informationen für Therapiewahl, Medikamenteneinstellung oder Transplantationsbewertung.

5. Mögliche Risiken und Komplikationen

Komplikation Häufigkeit Bemerkung
Hämatom an der Punktionsstelle häufig meist harmlos
Infektion an der Punktionsstelle selten bei längerer Katheterverweilzeit
Herzrhythmusstörungen (z. B. VES, SVES) gelegentlich meist selbstlimitierend
Luftembolie sehr selten durch sorgfältige Technik vermeidbar
Lungenarterienverletzung / Perforation extrem selten potenziell lebensbedrohlich
Blutung bei Gerinnungsstörung selten Kontrolle notwendig
Vagusreaktion (Bradykardie, Blutdruckabfall) gelegentlich meist gut steuerbar
Tod extrem selten < 0,01 %, v. a. bei Hochrisikopatienten

6. Alternativen

  • Keine andere Methode erlaubt eine direkte Druckmessung im Lungenkreislauf.
  • Echokardiographie kann Druckwerte abschätzen, ist aber nicht zuverlässig bei Entscheidung über spezifische Therapien.

7. Nach der Untersuchung

  • Kompressionsverband an der Punktionsstelle, ggf. Bettruhe für einige Stunden.
  • Überwachung der Vitalparameter.
  • Ggf. Mobilisierung nach ärztlicher Freigabe.
  • Keine körperliche Belastung für 24 Stunden nach Leistenpunktion.
  • Entlassung am selben Tag oder am Folgetag, je nach Befund und Zustand.

8. Besonderheiten

  • Bei Verdacht auf pulmonale arterielle Hypertonie (PAH) erfolgt ggf. ein medikamentöser Vasoreagibilitätstest mit z. B. Stickstoffmonoxid oder Iloprost – dieser wird gesondert erklärt.
  • Untersuchung kann auch zur Verlaufskontrolle oder Therapieevaluation bei PAH oder Herzinsuffizienz durchgeführt werden.

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