1. Einleitung / Hintergrund
- Bei Ihnen wurde eine Einengung (Stenose) der Herzkranzgefäße (Koronararterien) festgestellt – meist verursacht durch Ablagerungen (Plaques) im Rahmen einer koronaren Herzkrankheit (KHK).
- Diese kann zu Brustschmerzen, Atemnot, Belastungsbeschwerden oder sogar einem Herzinfarkt führen.
- Ziel der Behandlung ist es, die Durchblutung des Herzens durch eine Intervention mit Ballon und Stent zu verbessern.
2. Behandlungsziel
- Erweiterung der verengten Gefäßstelle mittels Ballon (PTCA).
- Einbringen eines Stents (Gefäßstütze) zur Offenhaltung des Gefäßes.
- Verbesserung der Durchblutung, Besserung der Symptome und Senkung des Infarktrisikos.
3. Ablauf des Eingriffs
- Der Eingriff erfolgt im Herzkatheterlabor.
- Zugang über Leistenarterie oder Handgelenksarterie (A. femoralis oder A. radialis).
- Vorschieben eines dünnen Katheters bis in die Herzkranzgefäße.
- Darstellung der Gefäße mittels Kontrastmittel (Koronarangiographie).
- Erweiterung der Engstelle mit einem Ballonkatheter.
- Implantation eines Stents (medikamentenbeschichtet – „DES“ – oder unbeschichtet).
- Gesamtdauer: ca. 30–90 Minuten, je nach Komplexität.
- Lokalanästhesie + ggf. leichte Sedierung.
4. Vorbereitung
- Blutentnahme, EKG, ggf. Echo.
- Gerinnung prüfen, Nierenfunktion beachten.
- Nüchternheit (6 Stunden).
- Medikamente (z. B. blutverdünnende Mittel) nach ärztlicher Anweisung fortführen oder pausieren.
- Aufklärung und Einwilligung.
5. Erfolgsaussichten
- Hohe Erfolgsrate (ca. 95–99 %) bei unkomplizierten Stenosen.
- In der Regel deutliche Symptomverbesserung oder -freiheit.
- Langfristiger Nutzen bei stabiler KHK, akuten Koronarsyndromen oder Infarkt.
6. Mögliche Risiken und Komplikationen
| Komplikation | Häufigkeit | Erläuterung |
|---|---|---|
| Bluterguss / Nachblutung an Punktionsstelle | häufig | meist harmlos |
| Gefäßverschluss, Gefäßverletzung | gelegentlich | ggf. chirurgische Nachversorgung |
| allergische Reaktion auf Kontrastmittel | selten | meist milde, bei bekannter Allergie ggf. Prämedikation |
| Herzrhythmusstörungen | gelegentlich | meist vorübergehend |
| Herzinfarkt, Notfall-Bypass | selten | ca. 0,1–0,5 % je nach Situation |
| Schlaganfall, Embolie | sehr selten | < 0,1 % |
| Kontrastmittel-Nierenschaden | selten | v. a. bei vorbestehender Niereninsuffizienz |
| Tod | sehr selten | < 0,1–0,5 % (abhängig vom Zustand, Notfalleingriff etc.) |
7. Nach dem Eingriff
- Überwachung (Monitor, EKG, Blutdruck) für mehrere Stunden.
- Druckverband / Kompressionsarmband an der Punktionsstelle.
- Aufstehen je nach Zugang nach 4–6 Stunden (radial) bzw. 6–12 Stunden (femoral).
- Trinken zur Kontrastmittelausscheidung.
- Blutgerinnungshemmung weiterführen (s. u.).
8. Medikamentöse Nachbehandlung
- Duale Plättchenhemmung (DAPT) mit:
- ASS + Clopidogrel / Ticagrelor / Prasugrel
- Dauer je nach Stenttyp und Risiko (meist 6–12 Monate)
- Weitere KHK-Therapie: z. B. Statine, Betablocker, ACE-Hemmer
- Regelmäßige kardiologische Kontrolle
9. Verhalten nach Entlassung
- Schonung für einige Tage.
- Keine körperliche Belastung / schweres Heben für ca. 5 Tage.
- Kontrolle der Punktionsstelle auf Nachblutung.
- Keine Sauna, Schwimmen, Sport in der ersten Woche.
- Regelmäßige Einnahme der Medikamente ist entscheidend für den Stenterfolg!
10. Alternativen
- Bypass-Operation bei Mehrgefäßerkrankung oder komplexen Veränderungen
- Medikamentöse Therapie bei stabiler KHK
- Keine Intervention (bei symptomarmer Einzelveränderung vertretbar, aber selten empfohlen)

