TEE Standardeinstellungen
Triclipscreening
Ausschluss Vegetation im TEE
TEE vor PVI
Coro bei inferiorem STEMI
Aufklärung Pleurapunktion
1. Einleitung
- Bei Ihnen wurde ein Pleuraerguss festgestellt – das ist eine Flüssigkeitsansammlung im Brustkorb zwischen Lunge und Rippenfell.
- Eine Pleurapunktion dient der Entnahme dieser Flüssigkeit – entweder zur Diagnose (z. B. Tumor, Infekt, Herzschwäche) oder zur Symptomlinderung, etwa bei Atemnot durch großen Erguss.
2. Ziel der Punktion
- Diagnostisch:
- Klärung der Ursache des Ergusses durch Analyse der Flüssigkeit (z. B. bei unklarer Ursache, Fieber, Verdacht auf Tumor, Entzündung).
- Therapeutisch:
- Linderung von Atemnot durch Entlastung bei großem Erguss.
- Vorbereitung weiterer Maßnahmen (z. B. Drainage, Pleuraverödung).
3. Ablauf der Untersuchung
- Durchführung in sitzender oder halbliegender Position.
- Lokale Betäubung der Haut an der Punktionsstelle (meist hintere Thoraxwand).
- Unter Ultraschallkontrolle wird eine dünne Hohlnadel oder Kanüle in den Ergussraum eingeführt.
- Flüssigkeit wird vorsichtig abgezogen – bei großen Ergüssen langsam, um Kreislauf und Lunge nicht zu belasten.
- Dauer: ca. 10–20 Minuten.
4. Vorbereitung
- Aufklärung und Einwilligung (bei ansprechbarem Patienten).
- Ultraschallkontrolle zur Planung.
- Gerinnungswerte prüfen, insbesondere bei Antikoagulation.
- Ggf. Atemunterstützung bei Dyspnoe.
- Kein spezielles Nüchternheitsgebot erforderlich.
5. Was ist nach der Punktion zu beachten?
- Nach der Punktion: kurzer Überwachungszeitraum, ggf. Thoraxröntgen zur Kontrolle (Ausschluss Pneumothorax).
- Beobachtung der Punktionsstelle auf Nachblutung.
- Bei therapeutischer Punktion: Verbesserung der Atemnot möglich, aber ggf. Reizung durch Lungenentfaltung (Husten, Ziehen im Brustkorb).
6. Erfolgsaussichten
- In der Regel gelingt eine ausreichende Flüssigkeitsentnahme.
- Diagnostische Sensitivität ist hoch (Zytologie, Zellzahl, pH, Kultur, TB-PCR etc.).
- Bei rezidivierenden Ergüssen ggf. weitere Verfahren (z. B. Drainage, Pleurodese) erforderlich.
7. Mögliche Risiken und Komplikationen
| Komplikation | Häufigkeit | Bemerkung |
|---|---|---|
| Pneumothorax (Luft zwischen Lunge & Brustwand) | gelegentlich (1–6 %) | meist klein, selten Drainage nötig |
| Nachblutung / Hämatom | gelegentlich | bei punktionsnahen Gefäßen oder Gerinnungsstörung |
| Infektion der Punktionsstelle oder Pleura | selten | aseptisches Vorgehen verringert Risiko |
| Lungenödem bei zu rascher Entlastung | sehr selten | bei großem Erguss, daher langsame Punktion |
| Schmerzen, Hustenreiz, Unwohlsein | gelegentlich | meist vorübergehend |
| Kreislaufreaktionen (z. B. Vasovagale Synkope) | selten | Überwachung empfohlen |
8. Alternativen
- Abwarten / konservative Therapie bei kleinen, asymptomatischen Ergüssen.
- Bildgebende Kontrolle (Ultraschall, CT) bei unklarer Diagnose.
- Thoraxdrainage bei ergiebigen oder immer wiederkehrenden Ergüssen.
- Pleurabiopsie / Thorakoskopie bei unklarer Ursache trotz Punktion.
9. Besonderheiten
- Bei bekannter Tumorerkrankung ggf. wiederkehrende Ergüsse → langfristige Drainage oder Pleurodese möglich.
- Bei Infektionen (z. B. Empyem, Tbc) ggf. gezielte Therapie nach Kultur / PCR erforderlich.
- Bei Herzinsuffizienz kann die Punktion therapeutisch entlasten, die Ursache aber besteht weiter.
Aufklärung Perikardpunktion
1. Einleitung
- Bei Ihnen liegt ein Perikarderguss vor – also eine vermehrte Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel (Perikard).
- Diese Flüssigkeit kann das Herz in seiner Funktion beeinträchtigen, z. B. im Rahmen einer Herzbeuteltamponade.
- Ziel der Punktion ist es, die Flüssigkeit therapeutisch zu entlasten oder diagnostisch zu untersuchen.
2. Ziel der Behandlung
- Druckentlastung des Herzens bei Kreislaufbeeinträchtigung (Herzbeuteltamponade).
- Entnahme von Flüssigkeit zur Abklärung der Ursache (z. B. Infekt, Tumor, Autoimmunerkrankung).
- In vielen Fällen lebensrettend.
3. Ablauf der Untersuchung
- Die Untersuchung erfolgt unter Ultraschall- oder Röntgenkontrolle, meist auf einer Intensiv- oder Überwachungsstation.
- Lokale Betäubung im Bereich der Einstichstelle (meist unterhalb des Brustbeins oder seitlich zwischen den Rippen).
- Einführung einer Punktionsnadel in den Herzbeutel → Absaugen der Flüssigkeit.
- Ggf. Einlage eines Perikardkatheters zur längerfristigen Drainage.
- Dauer: ca. 30–60 Minuten.
4. Vorbereitung
- EKG- und Kreislaufüberwachung, ggf. venöser Zugang und Sauerstoffgabe.
- Gerinnungswerte, Blutbild, Infektparameter prüfen.
- Aufklärung und Einwilligung (wenn Patient ansprechbar).
- Falls nötig: Gerinnungskorrektur vor dem Eingriff.
5. Nach der Punktion
- Überwachung von Kreislauf, Punktionsstelle und Herzfunktion (Echo).
- Drainagemenge dokumentieren (wenn Katheter belassen wird).
- Ggf. Untersuchung der Punktionsflüssigkeit (Zellzahl, Kultur, Zytologie, PCR).
- Katheterentfernung nach wenigen Tagen (wenn Erguss sistiert).
6. Erfolgsaussichten
- In den meisten Fällen gelingt die vollständige oder weitgehende Entlastung.
- Bei wiederkehrendem Erguss ggf. erneute Punktion oder chirurgische Fensterung notwendig.
7. Mögliche Risiken und Komplikationen
| Komplikation | Häufigkeit | Bemerkung |
|---|---|---|
| Herzrhythmusstörungen | gelegentlich | durch Reizung des Myokards |
| Punktion von Nachbarstrukturen (Leber, Lunge, Magen) | selten | abhängig von Punktionsweg |
| Herzbeutelverletzung / Tamponade | selten | kann durch Drainage oder Notfallmaßnahmen behandelt werden |
| Koronarverletzung / Myokardperforation | sehr selten | mit schwerwiegenden Folgen |
| Infektion | selten | bei länger liegendem Katheter |
| Nachblutung / Hämatom | gelegentlich | v. a. bei Gerinnungsstörung |
| Tod | extrem selten | v. a. bei Notfalltamponade, schwerer Grunderkrankung oder Begleitkomplikationen |
8. Alternativen
- Konservative Therapie (z. B. Entzündungshemmung, Diuretika) – bei kleinen Ergüssen möglich.
- Chirurgisches Perikardfenster – bei rezidivierenden Ergüssen oder fehlender Punktionsmöglichkeit.
- Keine Therapie – bei kleinen, asymptomatischen Ergüssen ohne Druckwirkung.
In Notfällen (z. B. Tamponade mit Kreislaufinstabilität) gibt es keine echte Alternative zur Punktion.
9. Besonderheiten
- Die Punktion kann auch unter echokardiographischer Echtzeitkontrolle erfolgen.
- Bei malignem Erguss kann eine Verödung des Perikards (z. B. mit Cisplatin) erwogen werden.
- Bei infektiösem Erguss ist ggf. eine spezifische Therapie (z. B. Tuberkulose) notwendig.
Aufklärung Kardio-Computertomogramm
1. Was ist ein Kardio-CT?
- Das Kardio-CT ist eine spezielle Computertomographie-Untersuchung des Herzens und der Herzkranzgefäße (Koronarien).
- Ziel ist die nicht-invasive Darstellung von Verkalkungen, Engstellen oder anderen Auffälligkeiten der Herzkranzgefäße.
- Die Untersuchung kann auch ergänzend zur funktionellen Diagnostik (z. B. Belastungstests) eingesetzt werden.
2. Indikationen / Fragestellungen
- Abklärung bei Verdacht auf koronare Herzkrankheit (KHK), insbesondere bei:
- unklaren Brustschmerzen
- grenzwertigen Befunden aus Belastungsuntersuchungen
- niedrigem bis mittlerem Risiko für KHK
- Beurteilung:
- Koronararterienverkalkung (Calcium-Score)
- Stenosegrad (CT-Angiographie)
- Stent- und Bypass-Beurteilung (eingeschränkt)
- Ausschluss einer KHK bei Ausschlussdiagnostik oder vor nicht-kardialen Eingriffen
3. Ablauf der Untersuchung
- Dauer: ca. 15–30 Minuten, reine CT-Aufnahme: wenige Sekunden
- Sie liegen in Rückenlage im CT-Gerät.
- Anlegen von EKG-Elektroden zur Synchronisation der Bildaufnahme mit dem Herzschlag.
- Verabreichung eines jodhaltigen Kontrastmittels über eine Armvene.
- Atemkommandos während der Aufnahmen (z. B. „Tief einatmen – Luft anhalten“).
- Ggf. Gabe eines Betablockers oder Nitroglyzerins, um Herzfrequenz zu senken bzw. Gefäße besser darzustellen.
4. Vorbereitung
- Nüchternheit für mindestens 4 Stunden (bei Kontrastmittelgabe empfohlen).
- Keine koffeinhaltigen Getränke (z. B. Kaffee, Cola) vor der Untersuchung.
- Vorherige Abklärung von:
- Schilddrüsenerkrankungen
- Nierenfunktion (Kreatininwert)
- Allergien auf Kontrastmittel
- Asthma bronchiale
- Evtl. Absetzen bestimmter Medikamente (z. B. Metformin) vor und nach der Untersuchung.
5. Vorteile
- Nicht-invasiv – kein Herzkatheter nötig.
- Gute Sensitivität zum Ausschluss signifikanter Stenosen.
- Schnelle Untersuchung mit hoher Bildauflösung.
- Beurteilung auch von Frühformen der KHK (z. B. nicht verkalkte Plaques).
- Möglichkeit zur quantitativen Risikoeinschätzung (z. B. Calcium-Score).
6. Mögliche Risiken und Nebenwirkungen
| Risiko / Nebenwirkung | Häufigkeit | Bemerkung |
|---|---|---|
| Reaktion auf Kontrastmittel (Übelkeit, Hautausschlag) | gelegentlich | meist mild, selten schwerwiegende Allergie |
| Beeinträchtigung der Nierenfunktion | selten | v. a. bei vorbestehender Niereninsuffizienz |
| Schilddrüsenüberfunktion (iodinduzierte Hyperthyreose) | selten | bei vorgeschädigter Schilddrüse möglich |
| Strahlenbelastung | vorhanden | deutlich niedriger als beim Herzkatheter |
| Herzrhythmusstörungen | sehr selten | durch Betablocker oder Nitroglyzerin |
| Kontrastmittel-Extravasation | selten | bei fehlerhafter Venenzugangslage |
7. Alternativen
- Belastungs-EKG, Stressechokardiographie, Myokardszintigraphie – funktionelle Tests ohne direkte Darstellung der Gefäße
- Invasive Koronarangiographie (Herzkatheter) – wenn der Verdacht auf eine relevante Stenose hoch ist oder ein Eingriff geplant ist
- Bei reiner Plaque-Erfassung: Calcium-Scoring ohne Kontrastmittel
8. Nach der Untersuchung
- Viel trinken zur schnelleren Ausscheidung des Kontrastmittels (1,5–2 Liter/Tag, falls keine Kontraindikation).
- Bei Gabe von Betablockern oder Nitroglyzerin: ggf. leichte Schwindelgefühle.
- Rückkehr zur normalen Aktivität meist sofort möglich.
9. Besonderheiten
- Die Aussagekraft hängt stark von:
- Herzfrequenz
- Kalkgehalt der Gefäße
- Bewegungsartefakten
ab – ggf. muss auf ein alternatives Verfahren ausgewichen werden.
Aufklärung ECMO-Implantation
1. Was ist eine ECMO?
- Die ECMO ist ein maschinelles Herz-Lungen-Unterstützungssystem, das bei akutem Kreislauf- oder Lungenversagen lebensrettend eingesetzt werden kann.
- Das Blut wird außerhalb des Körpers mit Sauerstoff angereichert und/oder gepumpt, um Herz und/oder Lunge vorübergehend zu entlasten.
- Die Maßnahme erfolgt in der Regel auf einer Intensivstation unter ständiger Überwachung.
2. Ziel der Behandlung
- Überbrückung einer akuten Lebensbedrohung, z. B. durch Herzstillstand, Lungenversagen oder nach Reanimation.
- Verbesserung der Organversorgung mit Sauerstoff.
- Schaffung von Zeit für:
- Erholung der Organe (Lunge, Herz),
- Ursachenbehandlung (z. B. Infekt, Embolie, Infarkt),
- oder Vorbereitung auf weiterführende Therapie (z. B. Transplantation, LVAD).
3. ECMO-Arten
| ECMO-Typ | Anwendung | Funktion |
|---|---|---|
| VA-ECMO (veno-arteriell) | bei Herz-Kreislaufversagen | ersetzt Herz- und Lungenfunktion |
| VV-ECMO (veno-venös) | bei isoliertem Lungenversagen | ersetzt nur die Lungenfunktion |
4. Ablauf der Implantation
- Die ECMO wird unter sterilen Bedingungen durch ein erfahrenes Team implantiert.
- Punktionsstellen:
- VV-ECMO: große Venen (z. B. V. femoralis und V. jugularis)
- VA-ECMO: Vene + Arterie (z. B. V. femoralis + A. femoralis)
- Einführung von dicken Kanülen, über die das Blut abgeführt, oxygeniert und zurückgeführt wird.
- Anschließend Verbindung mit der ECMO-Maschine (Pumpe + Membranoxygenator).
- Dauer der Implantation: meist 30–90 Minuten.
5. Dauer der Therapie
- In der Regel: Tage bis max. wenige Wochen.
- Währenddessen engmaschige Laborkontrollen, Echokardiographie, Beatmung, medikamentöse Begleittherapie.
- Ziel ist Entwöhnung („Weaning“), wenn sich Herz oder Lunge ausreichend erholt haben.
6. Vorteile
- Rettung aus einer akuten, sonst tödlichen Kreislauf- oder Lungensituation.
- Verbesserung der Organperfusion.
- Stabilisierung als Überbrückung („Bridge“) zur weiteren Therapie.
- Einzige Option bei refraktärem Herzstillstand oder therapierefraktärem Lungenversagen.
7. Mögliche Risiken und Komplikationen
| Komplikation | Häufigkeit | Erläuterung |
|---|---|---|
| Blutungen | häufig | v. a. an Punktionsstellen, im Gehirn oder Magen-Darm-Trakt |
| Gerinnselbildung / Embolie | gelegentlich | trotz Antikoagulation möglich |
| Infektionen | häufig | durch Katheter, Beatmung, invasive Verfahren |
| Beinischämie / Kompartmentsyndrom | gelegentlich | bei VA-ECMO über femorale Arterie |
| Hämolyse (Blutzerfall) | gelegentlich | durch mechanische Belastung des Blutes |
| Schlaganfall, Hirnblutung | selten, aber schwerwiegend | v. a. bei VA-ECMO |
| Multiorganversagen | bei sehr schwerkranken Patienten häufig | trotz ECMO |
| Tod trotz Therapie | häufig (je nach Indikation) | Letalität bei kardiogenem Schock oder ARDS: 30–70 % je nach Ausgangssituation |
8. Alternativen
- Keine adäquate Alternative, wenn konventionelle Therapie (Beatmung, Katecholamine) ausgeschöpft ist.
- Andere Systeme:
- Impella, IABP (nur bei Herzversagen, weniger leistungsfähig)
- Lungenersatzverfahren (z. B. HFOV) bei ARDS – oft nicht ausreichend
9. Nachbehandlung / Ausblick
- Intensive Überwachung (24 h).
- Antikoagulation zur Vermeidung von Gerinnseln.
- Multimodale Therapie inkl. Beatmung, Dialyse, Ernährung, Sedierung.
- Fortlaufende Beurteilung: Organerholung? Therapieziele? Limitierung?
- Wenn keine Besserung: ethische Diskussion über Therapiebegrenzung.
10. Besonderheiten
- Die ECMO ist keine Dauertherapie, sondern ein zeitlich begrenzter Notfalleingriff.
- Sie kann in Ausnahmefällen zur Transplantationsüberbrückung dienen („Bridge to transplant“).
- Im Fall einer nicht mehr behebbaren Grunderkrankung muss eine Therapiebegrenzung in Erwägung gezogen werden.

